Mehrere Personen aus Aufzügen befreit – Stromabschaltung erfordert Notstromversorgung für Hospiz
Einsatz 2026-0608 | Veröffentlicht am | Aufrufe: 2213
Ein technischer Brand im Kellerbereich eines örtlichen Einkaufszentrums hat am Freitagmittag zu einem rund vierstündigen Großeinsatz der Feuerwehr geführt. Durch eine notwendige Abschal-tung des Stromnetzes kam es im Umkreis zu massiven Einschränkungen, die unter anderem eine Notstromversorgung für ein Hospiz erforderlich machten. Mehrere Personen wurden aus festsitzenden Aufzügen gerettet.
Der Erstalarm ging um 11:29 Uhr über eine automatische Brandmeldeanlage (BMA) bei der Leit-stelle ein. Daraufhin rückten die Hauptwache Arnsberg sowie der Löschzug Arnsberg aus. Bei der ersten Erkundung vor Ort stellten die Einsatzkräfte eine deutliche Verrauchung im Treppen-haus fest, zudem liefen in der Brandmeldezentrale bereits Meldungen mehrerer Rauchmelder ein. Noch während der Anfahrt der ersten Einheiten informierte die Leitstelle die Einsatzleitung darüber, dass im Aufzug des Einkaufszentrums Personen eingeschlossen seien. Diese hatten bereits einen Notruf abgesetzt.
Stichworterhöhung und Menschenrettung
Aufgrund der unklaren Lage, der sichtbaren Verrauchung und der festsitzenden Personen im Aufzug erhöhte der Gruppenführer der Hauptwache Arnsberg das Alarmstichwort umgehend auf F3 (Feuer 3). Dies hatte die sofortige Alarmierung weiterer Einsatzkräfte zur Folge. Ein An-griffstrupp ging unter schwerem Atemschutz zur Erkundung in das Kellergeschoss vor und lokali-sierte einen Traforaum als Ursprung der Rauchentwicklung.
Parallel dazu leitete die Feuerwehr die Rettung der eingeschlossenen Personen ein. Fünf Insas-sen wurden unbeschadet aus dem steckengebliebenen Aufzug des Einkaufszentrums befreit. Sie waren nicht mit dem Brandrauch in Kontakt gekommen, erlitten jedoch einen leichten Schock und wurden vor Ort betreut.
Stromabschaltung führt zu Folgeeinsätzen und Notstromversorgung für Hospiz
Um ein sicheres Vorgehen der Trupps im Kellerbereich zu gewährleisten, musste der örtliche Energieversorger die Stromzufuhr für den gesamten Straßenblock unterbrechen. Diese Maß-nahme hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Umgebung:
Durch den plötzlichen Stromausfall wurde in einem Nachbargebäude eine weitere Person in der Kabine einer Apotheken-Aufzugsanlage eingeschlossen. Einsatzkräfte der Feuerwehr rückten dorthin aus und befreiten die Person rasch aus ihrer misslichen Lage.
Besonders kritisch stellte sich die Situation in einem im betroffenen Straßenblock gelegenen Hospiz dar, in dem lebenserhaltende Beatmungsgeräte betrieben werden. Um den Betrieb dieser Geräte lückenlos aufrechtzuerhalten, griff die Feuerwehr sofort ein. Ein Löschgruppenfahrzeug stellte vor Ort mittels eines mobilen Stromerzeugers die Notstromversorgung für die medizini-schen Geräte des Hospizes sicher.
Schwierige Brandbekämpfung und Entrauchung
Im Keller des Einkaufszentrums hatten zwei Schaltschränke im dortigen Traforaum Feuer gefan-gen, was zu einer massiven und dichten Rauchentwicklung führte. Insgesamt vier Trupps unter schwerem Atemschutz gingen nacheinander zur Brandbekämpfung vor und löschten die Schalt-schränke gezielt mittels CO2-Löschern ab.
Da der betroffene Kellerbereich über keine Abluftöffnungen verfügt, gestaltete sich der Abzug des Brandrauchs als äußerst schwierig. Aus diesem Grund wurde der Gerätewagen Gefahrgut (GW-G) des Löschzuges Neheim nachgefordert. Mit einem speziellen Be- und Lüftungsgerät inklusive Lutten-System konnte der Brandrauch schließlich gezielt aus den Kellerräumen ins Freie geleitet werden. Nach einer anschließenden Begehung des Gesamtgebäudes mussten einzelne Berei-che, in denen sich noch Rauchgase gesammelt hatten, nachbelüftet werden.
Logistik im Hintergrund
Im Verlauf des Einsatzes wurde über die Atemschutz-Alarmschleife ein personeller Pool aus dem gesamten Stadtgebiet angefordert. Diese Atemschutzgeräteträger sammelten sich in einem Be-reitstellungsraum auf dem Parkplatz eines holzverarbeitenden Betriebs an der Straße "Zur Schef-ferei". Sie mussten letztlich nicht mehr aktiv eingreifen, sicherten jedoch den laufenden Einsatz ab, woraufhin der Bereitstellungsraum im weiteren Verlauf aufgelöst werden konnte.
Der Gerätewagen Atemschutz versorgte die eingesetzten Trupps direkt an der Einsatzstelle mit neuer Einsatzkleidung und frischen Atemschutzgeräten; zudem wurde eine Station zur hygieni-schen Reinigung der kontaminierten Haut eingerichtet. Eine Versorgungseinheit stellte mit einem Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) und einem Kühlanhänger die Versorgung der Einsatzkräfte mit Kaltgetränken sicher.
Wiederherstellung der Stromversorgung
Nachdem die Belüftungsmaßnahmen Wirkung zeigten, stand die schnelle Wiederversorgung der betroffenen Nachbargebäude im Fokus. Ein glücklicher Umstand half hierbei: Ein Mitarbeiter des Energieversorgers, der zugleich aktives Mitglied im örtlichen Löschzug Bruchhausen/Niedereimer ist, war vor Ort. Er konnte sich mit einem Atemschutzgerät ausrüsten und ging in den bereits belüfteten Schadensbereich vor. Dort traf er die notwendigen technischen Vorbereitungen, um die umliegenden Gebäude zeitnah wieder ans Stromnetz anzuschließen. Das betroffene Ein-kaufszentrum selbst bleibt aufgrund des massiven Schadens an der elektrischen Hauptverteilung vorerst ohne Strom.
Für die gesamte Dauer des Einsatzes von 11:30 Uhr bis 15:45 Uhr mussten die umliegenden Straßen rund um das Einkaufszentrum für den Verkehr voll gesperrt werden. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort.
Erneuter Alarm am späten Nachmittag
Um 17:00 Uhr abends löste die Brandmeldeanlage des Einkaufszentrums erneut aus, woraufhin die Hauptwache Arnsberg sowie der Löschzug Arnsberg ein zweites Mal zur Einsatzstelle alar-miert wurden. Bei der Kontrolle vor Ort stellte sich heraus, dass ein Rauchmelder durch aufge-wirbelten Staub ausgelöst hatte. Ein weiteres Eingreifen der Feuerwehr war somit nicht erforderlich.
Galerie
Einsatzdetails
Einsatzstichwort
F3
Einsatzart
Brandmeldeanlage
Alarmierung
17.07.2026 11:29
Einsatzort
Arnsberg, Zum Schützenhof